MEINE ZIELE - für die Friedrichstadt:

  • Umbau der Messe Dresden zu einem weiteren attraktiven Konferenzzentrum
  • Sanierung und Stadtumbau nach dem Förderprogramm EFRE

MEIN WAHLKREIS - Die Dresdner Friedrichstadt

 

Die Bauern des 1206 erstmals erwähnten Dorfes Ostra im Bereich der heutigen Friedrichstadt waren bis 1559 dem Bischof zu Meißen unterstellt. Dann kam Ostra unter kurfürstliche Verwaltung.

1568 löste Kurfürst August das Dorf auf, um an dessen Stelle ein Vorwerk zur Versorgung des Hofes zu gründen. Die Bewohner wurden zum Umzug gezwungen und mit Ländereien im heutigen Neuostra (siehe Stadtteil 75) entschädigt. Für den elbnahen Teil des Vorwerkes bürgerte sich nach der Gründung eines Tiergartens im 18. Jahrhundert der Name Ostragehege ein. Im stadtnahen Teil entstand die Vorstadt Ostra, die seit 1730 nach Kurfürst August II. Friedrichstadt genannt wurde.

Ab 1736 entstanden in der späteren Friedrichstraße das Marcolinipalais (später Stadtkrankenhaus) und die Matthäuskirche mit der Gruft von Pöppelmann. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts veränderten Industrie- und Verkehrsbauten das Bild der Friedrichstadt. 1873/75 erbaute man den Berliner Bahnhof als Personen- und Güterbahnhof. Schon 1894 wurde er in den Rangierbahnhof Friedrichstadt einbezogen.

Die Weißeritz wurde 1893 nach Cotta verlegt und erbrachte zusätzliches Bauland. So konnten die Großmarkthalle, die Zigarettenfabrik »Yenidze«, der Wettiner Bahnhof (jetzt Bahnhof Mitte) und das Kühlhaus entstehen. Der Architekt Erlwein schuf bis 1919 im Ostragehege den damals modernsten Vieh- und Schlachthof. Zum 1. September 1999 wurde hier das neue Messe- und Ausstellungszentrum eröffnet.

Durch die Luftangriffe 1944/45, Verfall und Abbruch ging der Charakter der alten Friedrichstadt verloren.

 

Der Wiederaufbau begann zunächst mit den wichtigsten Industrie- und Verkehrsanlagen wie den Kühlhallen, der Markthalle, dem Hafen, dem Schlachthof, dem Straßenbahnhof Waltherstraße, dem Verschiebe- und Güterbahnhof sowie dem Bahnausbesserungswerk.

Auch das aus dem Palais Brühl-Marcolini hervorgegangene Friedrichstädter Krankenhaus wurde bald wieder aufgebaut und um mehrere Erweiterungsbauten ergänzt.

 

Ab 1974 stellten die Denkmalpfleger die Matthäuskirche, die historischen Bauteile des Palais Brühl-Marcolini und einige Barockfassaden an der Friedrichstraße wieder her.

 

Während der Grundriss der Friedrichstadt weitestgehend erhalten blieb, erfuhr die Bausubstanz des alten Arbeiterwohnviertels ab 1976 - zunächst im Umfeld der Berliner und Vorwerkstraße - eine umfassende Modernisierung. An der Schäferstraße baute man unschöne Wohnblöcke, die seither das Stadtbild stark prägen.

 

1993 wurde ein Denkmalpflegeplan zum Schutz der Friedrichstadt aufgestellt. Hierbei ist die Bewahrung der zahlreichen architektonischen Kostbarkeiten vorrangig. Seine Umsetzung gestaltete sich zwischenzeitlich immer wieder recht schwierig, da ungeklärte Eigentumsverhältnisse und Finanzierungsschwierigkeiten die Vorhaben stark einschränkten.

Inzwischen gelingt es zunehmend, mit Hilfe des Förderprogramms zur Stadtentwicklung EFRE der Europäischen Union, Brachflächen und Gebäudeverfall entgegenzuwirken.

 

Die Dresdner Friedrichstadt, ein Stadtteil, der aktuell sehr im Umbruch ist.